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Sail Holland Charters
Sasja van Brink
& Ekko Prins
Dotterhof 4
9753 JK Haren

Tel. +31 655 195050
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Sasja van Brink & Ekko Prins
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ecluse 21 Canal des Ardennes   Saverne  Waternood Strépy-Thieu
Rückblick Saison 2018

Ein Rekordjaar! 3362 Kilometer zurückgelegt, 631 Schleusen, 144 Brückenöffnungen und 16 Tunnel. Nein, dass hätten wir uns nicht gedacht.
In Belgien, in Mai, gab es schon die erste Fragezeichen. Frankreich war gesperrt wegen Hochwasser, genauso wie in 2016. Nach 10 Tage Wartezeit mit wechselhaftem Wetter, Gewitter mit starke Regenschauer, können die Leine los. In Dinant kommen die erste Gäste an Bord. Die Sonne strahlt, wir auch, es ist 25 Grad. Durch die Französische Ardennen, hoch und grün, pfeilschnelle Eisvögel, Kaffee, Tee und Wein auf dem Hinterdeck, abends Diner bei Kerzenlicht.

6 Juni. Schwüles Wetter. Gerade bevor wir anfangen wollen mit der Fischmahlzeit, stürzt da eine eiskalte, wild sausende, graue Masse auf der Cinclus. Runde, “glasartige“ Münze von der Größe einer 20 à 50 Eurocent trommeln aufs Deck. Faszinierend und wunderbar, keine einzige Blume oder Blättchen ist gequetscht worden. Einer, sonst so ruhigen Gast ist überglücklich. „Grossartig!“, ruft er im Zehnfach. Keine der 60-70 Jährigen hat je dieses Naturphänomen erlebt. Eine Woche später geht es wieder hoch und her. Morgens singt der Pirol sein Lied, mittags hören wir das pfeifende Geräusch eines langwieriges Regenschauer. Das Heulen der Wind, Donner, Blitzstrahlen, sehr nah einen riesigen Knall, sofort darauf das Knacken einem gestürzten Baum. Wie ein Glück, das eine Schleuse nicht funktionierte und wir angelegen müssten an festen Pollen. Reichlich zwei Stunden später dampft die Umgebung, hat einen Schleusenwärter die Schleuse geöffnet und dampfen wir weiter durch eine durchgeweichte Landschaft. Am nächsten Tag werden wir konfrontiert mit den Folgen der Naturgewalt. Eine Schleuse ist eingestürzt komplett mit dem zugehörigen Elektronikahäuschen. Das Canal des Ardennes ist abgesperrt.

Also zurück zum Fluss der Maas/Meuse, zurück nach Fumay bei der Belgischen Grenze, wo man aus und einsteigt. Mit den einsteigenden Gästen fahren wir Richtung Toul. Wenn wir zu zweit unterwegs sind, begegnen wir fast immer Artgenossenen, Schiffsbewohner, die auch für ein fahrendes Leben gewählt haben. So könnten wir in einem winzigen Örtchen, wo es sogar einen Bäcker gibt, der sehr leckere Paris Brest macht(Ringmeringen mit Creme) auf einem Niederländischem Nachbarschiff das Fußballspiel Argentinien – Frankreich schauen. Während die freie Wochen verschwindet Ekko oft im Maschinenraum oder unten dem Fußbodenluken um die komplexe Technik in optimal zu behalten. Ab die Wendung hat sich das Wetter 180 Grad gedreht. Kaum ein Tröpfchen Regen, höhere Temperaturen, oft über 30 Grad, nur noch Draußenwetter. Wasserreserven trocknen auf, Kanäle sind nicht mehr schiffbar. Nur der Kanal zwischen Marne und Rhein mit endlos viele Schleusen ist noch zugänglich, bis es auch da kein ausreichendes Wasser mehr ist. Zufälligerweise sind wir dann nicht weit weg von Strassburg, mit Leinen um den Platanen, herrlich im Schatten. Zwischen diese Stadt und Nancy bleibt der Canal-de-la-Marne-au-Rhin schiffbar, zum Verdanken an einer besseren Wasserregulierung. Früher gab es hier nur Frachtschiffahrt, heutzutage sieht man nur im Sommer Mietboote mit dicken Stoßband und fest angebundenen Fender. Eine Schleuse ein- und ausfahren ist für mancher Urlaubsskipper eine ziemlich große Herausforderung.
Acht Wochen lang war die Cinclus eingesperrt in Elsass Lothringen., fuhren wir mit den Gästen wie eine Fähre hin und her zwischen zwei schöne Städte, Nancy und Saverne. Im Angebot die grüne Vogesen, zwei Tunnel, ein Schiffshebewerk von 44,5 Meter (Arzviller), Spaziergänge zu den Burgruinen aus rotem Sandstein oder einen Fahrradtour nach Sarrebourg. Keine Strafe. Ekko hat unterwegs schon mit einem Schleusenwärter das Weihnachtsmenu besprochen. Es sah aus, dass wir rechnen sollten mit einer Überwinterung in Nancy.

1 September. Die Wäsche flattert an die Leine in Nancy, es ist 27 Grad. Ekko plaudert mit einem Englischen Kollegenskipper vom Nachbarschiff Johanna, ein Holländisches Schiff. Nach eine gute Stunde steigt er munter an Bord. Die VNF (die Französische Wasserbehörden) bietet einen Ausbruchsversuch an, Zeitdauer 3 Tage 3/7-9. Der Wasserstand in einem, fast 5 Km. langen Tunnel auf der Wasserscheide ( höchste Punkt) mit den zugehörigen Kanalpfänden wird bis auf 1.40 M. Wassertiefe gebracht. Wir melden uns sofort an, wissen auch, dass diese Entscheidung einen großen Umweg bedeutet. Es gibt noch genügend Diesel im Tank. Zusammen mit den Gästen, die gerne so ein Abenteuer miterleben möchten, gehen wir die Herausforderung ein. Besonders der lange, schmale Tunnel erfordert alle Navigationskunde von Ekko. Aber…..er schafft es. Die ersten Schleusen sind lange Wartestellen. Es dauert Stunden bis das nächste Kanalpfand gefüllt ist mit ausreichend Wasser. Dann wird mal rund spaziert, werden Nüsse und Äpfel gesammelt. Ein Jogger nimmt eine Leine an wenn wir mitten im Fahrwasser übernachten müssen. Das Schiff liegt in einer Rinne, an beide Seiten gibt es nur Sand. Das Quecksilber ist gefallen nach angenehmere Temperaturen. Manchmal kriechen wir wie eine Schnecke voraus, scheuern über den Boden, die Geschwindigkeit so etwa 2 Km/pro Stunde.

13 September. Châlon-en-Champagne. Hier sind vorläufig die letzten Gäste ausgestiegen. Zusammen gehen wir weiter. Die Cinclus ändert sich in einem BTV bateau grande vitesse (Schnellboot) Einmal auf die große Flüsse geht es zügig stromabwärts. Marne, Seine, Oise, Canal du Nord. Zu zweit morgens auf die sich schlängelnde Seine quer durch Paris ist ein spezielles Erlebnis. Keine Ampel oder Rundfahrtschiffe, nur einige Frachter und die Cinclus. Ein luxuriöses Gefühl.

28 September. Das Belgische Gastfähnchen ist hochgezogen. Ohne Wartezeit sofort mit in der “Badewanne“ vom Schiffshebewerk in Strépy Theui, hinter einem Frachter geladen mit Schrott, steigen wir 73.15 M. Sagenhaft!!!

1 Oktober. Maastricht. Darauf trinken wir ein Glas Französische Wein, zusammen mit Em, Tochter von Schiffsfreunden, geboren und aufgewachsen auf einem Schiff. Sie wohnt jetzt, als frische Studentin, “weit“ im Süden, in einem Zimmer auf festen Boden. Mit Fahrrad unterwegs zum Uni sah sie ein bekanntes Schiff liegen. “Südliche“ Freunde werden noch besucht, bis wir in Zwolle sind. Ab diese Hansestadt sitzen wieder mehrere Leute am Tisch. Es gibt viel zu er zählen, auch mit der letzte Gruppe, die Achtzigjährigen (nur eine nicht). In einer Ecke vom Steuerhaus ruhen mehrere Wanderstöcke, ein Rollator steht aufs Hinterdeck. Diese Hilfsmittel haben überhaupt keinen einzigen Einfluss auf die lebendige Gespräche. Im Gegenteil, die Stimmung ist sehr lebendig und heiter.

26 -10 Groningen, “unsere“ Anlegestelle ist noch frei. Enkeltochter Amé, 16 Jahre, kommt angeradelt und klettert an Bord. Sie isst gemütlich mit, genauso wie Tochter und Enkelsohn, (17) von einer unseren Gästen. Wie einen wunderschönen, harmonischen Abschluss eines nicht voraussagbares, aber trotzdem, in aller Hinsicht, warmes Saison.
Wir danken alle Gäste ganz herzlich für Ihre flexible Haltung.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Oosterhaven in Groningen